Helga-Garduhn-Allee übergeben
Alle Wege zum SDW-Naturschutzturm in Hohen Neuendorf führen über die Helga-Garduhn-Allee!“
Ich müsste aus alten Kalendern den genauen Tag und das Jahr heraussuchen aber an den Termin kann ich mich noch gut erinnern. Er fing wie so häufig in meinem Leben mit der Aussage an: „Wir haben da übrigens noch so ein Problem.“ Dies führte dazu, dass ich seinerzeit als relativ frisch gewähltes Mitglied im Vorstand der SDW Brandenburg zu einem Termin nach Hohen Neuendorf an den ehemaligen Grenzturm mitgenommen wurde, bei dem sich eine ganze Reihe von Fragen über zukünftige Eigentumskonstellationen und diverser weiterer Probleme stellten.
Ich war an diesem Tag zum ersten Mal im Inneren eines ehemaligen Grenzturms, der schon damals leicht umgebaut als Naturschutzturm fungierte. An diesem Tag lernte ich auch Helga Garduhn kennen. Eine ältere, überaus nette Dame, fast unscheinbar und auf eine unwahrscheinlich angenehme Art und Weise zurückhaltend, wobei mir schon während des Termins auch in den Folgemonaten deutlich wurde, dass sie das Zentrum unseres Regionalverbandes in Hohen Neuendorf darstellte.

Und gemäß der ersten Ansage kam es auch so: In keine andere Angelegenheit in meiner Zeit im Vorstand der SDW Brandenburg habe ich so viel Energie und manchmal auch dringend notwendig ordnende Hand investiert, wie in jenen Naturschutzturm. Gottlob fiel mein erster Termin fast zeitnah mit der Übernahme der Aktivitäten vor Ort durch meinen Freund Dirk Hartung zusammen, sodass sich vor Ort eine geradezu ideale Konstellation für die Zukunft ergab.

Helga Garduhn ging es dabei vor allem darum, dass ihr Lebenswerk gesichert wird. Der Naturschutzturm, der damals noch in der Hand zweier Eigentümer stand, sollte in eine dauerhafte Struktur überführt werden und sie selbst wollte den Vorsitz des Regionalverbandes abgeben. Mittlerweile ist es nach vielen Jahren intensiver Arbeit gelungen, die Sicherung des Turmes zu erreichen. Und das Vermächtnis von Helga Garduhn, die gestern vor einem Jahr verstorben ist, lebt ganz in ihrem Sinne weiter.

Vielleicht komme ich eines Tages dazu, auch über diese spannenden Jahre das eine oder andere etwas ausführlicher aufzuschreiben. Heute freue ich mich jedoch, dass wir den Weg, der zum Naturschutzturm führt, offiziell in Helga-Garduhn-Allee umbenennen konnten.
Sowohl die Region um Hohen Neuendorf als auch die SDW verdanken Helga Garduhn unermesslich viel und ich stelle mir immer wieder gerne vor, welchen Mut es erfordert haben muss, in jenen hochproduktiven, aber auch extrem wirren Zeiten, als die Mauer fiel, beim Kommandanten der Grenztruppen vorstellig zu werden, um die Übergabe eines Naturschutzturms in zivile Hände zu fordern. Allein das macht die Lebensleistung von Helga Garduhn bereits überaus deutlich.

In diesem Sinne herzlichen Dank, liebe Helga. Es ist mir heute eine ausgesprochene Ehre gewesen, als Ehrenvorsitzender der SDW Brandenburg dabei zu sein und die Helga-Garduhn-Allee zusammen mit den MitstreiterInnen vor Ort der Öffentlichkeit zu übergeben.

Man sagt, alle Wege führen nach Rom. Seit heute gilt aber auch: „Alle Wege zum SDW-Naturschutzturm in Hohen Neuendorf führen über die Helga-Garduhn-Allee!“

